Der deutsche Musikmarkt schließt das vergangene Jahr mit positiven Zahlen ab, das teilte der Bundesverband der Musikindustrie nun mit. Das Datenwerk offenbart einige interessante Details.
Erinnert ihr euch noch an die frühen 2000er? Napster avancierte zur Erfindung des Teufels, die den Untergang der Musikindustrie und mithin aller Künstler und Bands einleiten würde. Tatsächlich waren Napster und co. einfach und intuitiv, wo die Musikbranche den Markteintritt jahrelang verschlafen hat. Selbst als Apple den iTunes Musik Store brachte, reagierten die großen Labels lange nur mäßig. Das hat sich inzwischen geändert. Zwar hat die Branche selbst auch heute keine Patentlösungen aus dem Hut gezaubert, aber Musikstreaming ist inzwischen ein legitimer Teil des Marktes und Wachstumstreiber.
Streaming immer beliebter
Dienste wie Spotify und co. sind in Deutschland populär. Im vergangenen Jahr entfielen rund 14,4% des Umsatzes auf Streamingdienste, das ist eine Steigerung um erstaunliche 106%.
Etwas mehr, 15,6% wurden mit digitalen Downloads erlöst. Digitale Inhalte machen heute etwa ein Drittel des Verkaufsvolumens aus.
CD weiter dominant
Trotz dieser starken Zahlen bleibt weiterhin die CD die beherrschende Größe im Musikgeschäft. Wenn auch mit leicht rückläufigen Verkäufen, machen Umsätze mit CDs noch immer rund 61% der Einnahmen aus. Auch die klassische Schallplatte wächst weiter, der vor Allem bei DJs begehrte Tonträger wuchs um gut 30% und macht inzwischen rund 3,2% der Umsätze aus.
Mehr deutschsprachige Songs
Weitere Musikfakten? Die Anzahl deutschsprachiger Stücke nimmt ebenfalls weiter zu: „In den neunziger Jahren hatten wir einen Schnitt von kaum mehr als zwanzig Prozent einheimischer Produktionen, 2015 sind acht der Top 10-Alben in den Offiziellen Deutschen Jahrescharts deutschsprachig“, sagt Prof. Dieter Gorny, der Vorstandsvorsitzende des BVMI. Er sieht den deutschen Musikmarkt insgesamt auf einem guten Weg und betont, man habe die digitale Transformation nun hinbekommen. Die Balance zwischen physischen und digitalen Inhalten sei der Schlüssel zum Erfolg.
Man darf bei diesen vollmundigen Feststellungen jedoch nicht vergessen, wie hilflos und träge die Musikindustrie lange Zeit der digitalen Herausforderung gegenüber stand und zu häufig mit wenig durchdachten Angeboten, die den Nutzern unpraktische und unverschämte Inhaltsknebel mit ihrer erworbenen Musik mitlieferten, Musikliebhaber verärgerte.
Die verbliebene Dominanz der CD dürfte auch ein Produkt gemächlich gewachsener Nutzungstraditionen sein.
Wann habt ihr eure letzte CD gekauft?